Das Brockenhaus Arche ist nicht nur vielfältig, es hilft auch der Umwelt und sozial benachteiligten Menschen, indem es Gegenstände recycelt. Vom Magneten bis zu einem Ballkleid findet man alles, was das Herz begehrt – und das zu guten Preisen.
Es ist Samstag, 15 Uhr, und es fühlt sich an, als wäre man in ein anderes Jahrhundert gestolpert und würde dann wieder ins Heute zurückfliegen. Man sieht viele alte Platten, aber auch wunderschöne Kleidung. In unseren Ohren dröhnen altmodische Hits und moderne Banger; man hört, wie Möbel verschoben werden. Alles ist randvoll bis unter die Decke gefüllt. Wir sind im Arche Brockenhaus.
An der Kasse steht ein Mann in dem bis jetzt noch stillen Brocki. Er heisst Chris, trägt Piercings und auffällige Kleidung. Wir wollen von ihm wissen, wie er eigentlich dazu gekommen ist, im Arche Brocki zu arbeiten. Er sagt: «Dass es ein ökologischer Betrieb ist, gefällt mir. Auch finde ich, dass sie Menschen mit Problemen helfen, so wie ich sie hatte.» Dann sagte er: «Sorry, ich muss gehen, die Kund*innen warten schon.» Ich bedanke mich und wünsche ihm noch einen erfolgreichen Arbeitstag. Dann stöbere ich noch ein wenig im Laden herum und gehe durch die Bilderabteilung.
Bewegte Geschichte
Das Arche Brockenhaus im Kreis 9 ist ein Teil der Arche Zürich. Die Arche Zürich ist eine Hilfsorganisation, die 1976 gegründet wurde und sich ursprünglich um Drogenabhängige kümmerte. 1998 wurden neue Geschäftsfelder eingeführt wie ein Reparaturservice für elektrische und elektronische Geräte und das CD-/Platten‑Café. 2003 wurde Basta Lina gegründet, eine Beratungsstelle für Mütter und Väter mit Suchtproblemen. 2010 wurde das Arche‑Bistro eröffnet, das zum Brockenhaus dazugehört. Im Jahr 2015 feierte das Arche Brocki sein 40‑Jahr‑Jubiläum.
Mit der Rutsche in Untergeschoss
Heute ist das Arche Brockenhaus an der Hohlstrasse in Zürich Altstetten fest etabliert. Derzeit bietet die Organisation viele Arbeitsplätze für Menschen, die in einer schweren und verzweifelten Lebenslage stecken. Es finanziert durch den Verkauf von Gebrauchtwaren und Dienstleistungen wie Wohnungsräumungen etwa 45 geschützte Arbeits- und Integrationsplätze. Das Arche Brockenhaus wurde 1980 als Beschäftigungsprojekt für den sozialen Verein Arche Zürich gegründet. Es hat eine Rutschbahn, über die man vom oberen Stockwerk direkt nach unten rutschen kann.
Auch gibt es ein Lese- und Musikcafé; dort kann man gebrauchte Schallplatten und CDs probehören, bevor man sie kauft. Sehr beliebt ist das Arche-Bistro: Es bietet von Montag bis Freitag wechselnde Mittagmenüs und einen Wochenhit zu guten Preisen. Viele der Zutaten stammen vom Arche-Biohof und werden frisch zubereitet. Das Brockenhaus umfasst zwei Stockwerke auf rund 1200 m² Verkaufsfläche.
Mittlerweile ist es 16.30 Uhr und das Brockenhaus beginnt sich zu leeren. Zwei kleine Mädchen betteln ihre Mutter an, ob sie den riesigen Teddybären und das Katzenpuzzle haben können; sie stellen noch die Parfums neben die roten Lippenstifte. Ich rutsche die Rutschbahn hinunter und mir fällt noch eine schöne Handyhülle ins Auge. Ich höre gerade noch das ABBA‑Lied, das durch die rote Tür hinausschallt. Dann rieche ich den leckeren Duft von Spaghetti mit Tomatensauce und sehe ein Paar, das das Menü verspeist und sich dabei über die neu gekauften Blumentöpfe freut.
Arche Brocki, Hohlstrasse 489, 8048 Zürich, Tel. 043 336 30 00, www.archezuerich.ch






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